
Mitsubishi Pajero 2027 vs Toyota Land Cruiser Prado 250: Welcher Leiterrahmen-SUV passt besser?

Mitsubishi hat den Pajero in die Klasse der großen Leiterrahmen-Geländewagen zurückgebracht – und in dieser Klasse wartet sofort der bekannteste Rivale: der Toyota Land Cruiser Prado 250. Beide Fahrzeuge haben einen Leiterrahmen, eine starre Hinterachse, eine Untersetzung, einen Diesel mit rund 205 PS, eine Achtgang-Automatik und ziehen bis zu 3,5 t. Doch hinter ähnlichen Zahlen stehen zwei unterschiedliche Allrad-Philosophien, eine andere Geometrie und ein anderer Grad an „Bewährtheit“. Wir vergleichen nur das, was durch Pressemitteilungen von Mitsubishi und Toyota bestätigt ist; wo Daten für den neuen Pajero noch nicht veröffentlicht wurden, schreiben wir das auch so.
Inhalt
- Kurz: Wo liegen die Unterschiede?
- Vergleichstabelle
- Rahmen und Fahrwerk
- Motoren und Getriebe
- Allradantrieb: Super Select gegen permanenten 4WD
- Im Gelände und mit Anhänger
- Innenraum, Displays und Sicherheit
- Für wen passt was
- Frontbügel und Trittbretter: Was es schon jetzt gibt
Kurz: Wo liegen die Unterschiede?
- Die Abmessungen sind fast identisch. Pajero – 4 920 mm lang, Prado – 4 925 mm. Der Prado ist breiter (1 980 statt 1 925 mm), der Pajero hat 20 mm mehr Radstand.
- Der Antrieb unterscheidet sich vom Konzept her. Beim Pajero – Super Select 4WD-II mit dem Hinterradantriebsmodus 2H, beim Prado – nur permanenter Allradantrieb.
- Die Motoren liegen nah beieinander. Pajero: 2,4 l, 150 kW, 480 N·m. Prado in Europa: 2,8 l, 151 kW (205 PS), 500 N·m, ab 2025 zusätzlich als Hybrid 48V.
- Die Geometrie spricht hinten für den Pajero. Böschungswinkel hinten 25,8° gegenüber 17° beim europäischen Prado; Bodenfreiheit 230 mm gegenüber 205–215 mm.
- Der Prado ist ein bewährtes Modell, vorgestellt im August 2023. Der Pajero wurde am 2. September 2026 gezeigt, und einige Daten (Gewicht, Wattiefe) hat der Hersteller noch nicht veröffentlicht.
Vergleichstabelle
Für den Prado sind Daten der europäischen Version mit 2,8-l-Diesel angegeben (Pressemitteilung Toyota UK), für den Pajero – Daten aus der globalen Pressemitteilung von Mitsubishi sowie die Spezifikation für Australien, wo er als Modelljahr 2027 verkauft wird.
| Parameter | Mitsubishi Pajero (2027) | Toyota Land Cruiser Prado 250 |
|---|---|---|
| Länge / Breite / Höhe | 4 920 / 1 925 / 1 910 mm | 4 925 / 1 980 / 1 925–1 935 mm |
| Radstand | 2 870 mm | 2 850 mm |
| Spur vorne / hinten | 1 630 / 1 630 mm | 1 664 / 1 668 mm |
| Karosserie | Leiterrahmen aus hochfestem Stahl (vom Pickup Triton) | Leiterrahmen der GA-F-Plattform |
| Fahrwerk vorne / hinten | Doppelquerlenker / starre Achse, 5 Lenker | Doppelquerlenker / starre Achse, 4 Lenker |
| Motor | Diesel 2,4 l, Turbolader mit variabler Geometrie | Diesel 2,8 l (ab 2025 – auch Hybrid 48V) |
| Leistung / Drehmoment | 150 kW / 480 N·m (470 N·m bei einigen Versionen) | 151 kW (205 PS) / 500 N·m |
| Getriebe | 8-Gang-Automatik | 8-Gang Direct Shift |
| Allradantrieb | Super Select 4WD-II: 2H, 4H, 4HLc, 4LLc | permanent, Torsen im Mittendifferenzial, H4/L4 |
| Sperre Hinterachsdifferenzial | ja (bei allen Versionen für Australien) | ja, elektronisch |
| Bodenfreiheit | 230 mm (20"-Reifen) | 205 mm (18") / 215 mm (20") |
| Böschungswinkel vorne / hinten | 30,4° / 25,8° | 32° / 17° |
| Rampenwinkel | 22,6° | in der europäischen Spezifikation nicht angegeben |
| Wattiefe | offiziell nicht bekannt gegeben | 700 mm |
| Anhängelast gebremst | 3 500 kg | 3 500 kg |
| Kraftstofftank / AdBlue | 80 l / 17 l | 80 l / 17 l |
| Leergewicht | offiziell nicht bekannt gegeben | 2 335–2 520 kg |
| Sitze | 5 oder 7 | 5 oder 7 (in Großbritannien – 7) |
Rahmen und Fahrwerk
Beide Geländewagen sind klassische Leiterrahmen-Fahrzeuge – und genau das ist der wichtigste Unterschied zu Crossovern wie Outlander oder RAV4. Der Pajero basiert auf dem Rahmen des Pickup Triton, doch Kabine sowie Vorder- und Hinterachsfahrwerk hat Mitsubishi speziell für dieses Modell entwickelt. Vorn gibt es Doppelquerlenker, hinten eine neue Starrachse mit Fünflenker-Aufhängung.
Der Prado 250 steht auf der GA-F-Plattform, die er sich mit dem Land Cruiser 300 teilt. Toyota gibt an, dass die Torsionssteifigkeit des Rahmens gegenüber dem Vorgänger-Prado um 50 % gestiegen ist, und die Steifigkeit von Rahmen und Karosserie zusammen um 30 %. Das Fahrwerkslayout ist ähnlich: Doppelquerlenker vorn, Starrachse mit Vierlenker-Aufhängung hinten. Ein wichtiges Detail des Prado ist der Mechanismus zum Entkoppeln des vorderen Stabilisators (SDM): Er bringt im langsamen Gelände 10 % mehr Federweg und verriegelt automatisch, wenn die Geschwindigkeit steigt.
Beide Fahrzeuge haben eine elektrische Servolenkung bekommen. Für den Land Cruiser ist das überhaupt eine Premiere, für den Pajero ersetzt sie die hydraulische Servolenkung.
Motoren und Getriebe
Nach Zahlen liegen die Antriebe sehr dicht beieinander. Im Pajero arbeitet ein neuer 2,4-Liter-Diesel mit Turbolader mit variabler Geometrie: 150 kW und 480 N·m (bei einigen Versionen 470 N·m). Beim europäischen Prado – ein 2,8-Liter-Diesel mit 151 kW (205 PS) und 500 N·m im Bereich 1 600–2 800 U/min. Beide Motoren arbeiten zusammen mit einer Achtgang-Automatik.
Der Unterschied liegt in der Auswahl. Der Pajero startet mit einem Motor. Der Prado ist in Europa ab 2025 auch als Hybrid 48V erhältlich: Ein Startergenerator steuert beim Anfahren bis zu 12 kW und 65 N·m bei und macht die Arbeit des Start-Stopp-Systems sanfter. In anderen Märkten bietet Toyota einen Benzin-Hybrid 2,4 l i-FORCE MAX (326 PS Systemleistung) an, in Europa gibt es ihn jedoch nicht.
Allradantrieb: Super Select gegen permanenten 4WD
Hier liegt der grundsätzliche Unterschied zwischen den beiden Fahrzeugen. Pajero erhielt Super Select 4WD-II mit vier Modi: 2H (nur Hinterradantrieb, sparsamer Modus für die Autobahn), 4H (Allradantrieb, der auch auf trockenem Asphalt genutzt werden kann), 4HLc (Allrad mit gesperrtem Mittendifferenzial) und 4LLc (Untersetzung mit Sperre). Darüber arbeitet das elektronische System S-AWC sowie sieben Fahrmodi: Normal, Eco, Gravel, Snow, Mud, Sand und Rock.
Prado hat permanenten Allradantrieb ohne 2H-Modus: Im Mittendifferenzial sitzt ein selbstsperrendes Torsen, es gibt die Bereiche H4 und L4 sowie eine elektronische Sperre des Hinterachsdifferenzials. Toyota hat die Sperre vom Elektromotor auf ein Solenoid umgestellt – Auslösung in etwa 0,15 s, 85 % schneller als zuvor. Hinzu kommen Multi-Terrain Select (Mud, Sand, Rock, Dirt, Deep Snow, Auto), Crawl Control mit fünf Geschwindigkeiten und eine Bergabfahrhilfe.
In der Praxis gibt der Pajero dem Fahrer mehr manuelle Kontrolle und die Möglichkeit, im Hinterradantrieb Kraftstoff zu sparen, während der Prado darauf setzt, dass der Allradantrieb immer aktiv ist und der Fahrer bis zum echten Gelände nichts umschalten muss.
Im Gelände und mit Anhänger
Nach offizieller Geometrie wirkt der Pajero hinten mutiger: Böschungswinkel hinten 25,8° gegenüber 17° beim europäischen Prado, Bodenfreiheit 230 mm gegenüber 205–215 mm. Vorn ist der Prado etwas besser: 32° gegenüber 30,4°. Der Rampenwinkel des Pajero beträgt 22,6°; für den europäischen Prado nennt Toyota ihn nicht. Man sollte daran denken, dass der Böschungswinkel hinten stark von Anhängerkupplung und hinterer Stoßstange der jeweiligen Version abhängt – vergleichen sollte man daher gleiche Ausstattungen.
Für den Prado gibt Toyota eine Wattiefe von 700 mm an; für den Pajero hat Mitsubishi diesen Wert offiziell noch nicht genannt. Beide ziehen bis zu 3 500 kg gebremsten Anhänger, beide haben 80 l Kraftstoff und 17 l AdBlue. In den Pajero-Versionen für Australien gibt es außerdem ein System, das das Aufschaukeln des Anhängers überwacht und einzelne Räder gezielt abbremst.
Innenraum, Displays und Sicherheit
Der Pajero ist ein dreireihiger Geländewagen mit sieben Sitzen (in der Basisversion für Australien gibt es auch eine fünfsitzige Variante). Die zweite Reihe lässt sich um 150 mm verschieben. Das horizontale Armaturenbrett ist eine direkte Anspielung auf den ersten Pajero. Der zentrale Bildschirm ist 14,3 Zoll groß (12,3 Zoll in einfacheren Versionen), dazu das Audiosystem Dynamic Sound Yamaha Ultimate mit 12 Lautsprechern. Acht Airbags sind an Bord, darunter der erste zentrale Airbag von Mitsubishi zwischen den Vordersitzen.
Der Prado wird als Fünf- und Siebensitzer angeboten. Instrumentendisplay und Multimedia sind jeweils 12,3 Zoll groß. In europäischen Versionen gibt es den kompletten Umfang von Toyota Safety Sense der dritten Generation, eine 360°-Kamera mit Multi-Terrain-Monitor-Funktion, eine Fahrerüberwachungskamera und ein Nothaltesystem, falls der Fahrer nicht mehr reagiert.
Die Assistenzpakete der beiden Fahrzeuge sind vergleichbar: automatisches Bremsen mit Erkennung von Fußgängern und Radfahrern, adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent, Warnung vor Querverkehr vorne. Was sich beim Prado 250 gegenüber dem Vorgänger geändert hat, haben wir im Test des Prado 250 aufgeschlüsselt, und alle Daten zum neuen Pajero sind in einem separaten Artikel über den Pajero gesammelt.
Für wen passt was
- Pajero – für alle, die viel auf der Straße unterwegs sind und Hinterradantrieb zum Sparen möchten, den Allrad aber nur dann, wenn er wirklich gebraucht wird. Plus: besserer Böschungswinkel hinten und mehr Bodenfreiheit für Feldwege und Ausflüge ins Grüne.
- Prado 250 – für alle, denen vor allem Vorhersehbarkeit wichtig ist: permanenter Allradantrieb, bewährte Land-Cruiser-Plattform, SDM für schweres Gelände, bekannte Wattiefe und die Wahl zwischen Diesel und 48V-Hybrid.
- Wer noch zweifelt – sollte die ersten unabhängigen Tests des Pajero und die europäische Spezifikation abwarten: Gewicht, Wattiefe und Ausstattungen für Europa sind bislang nicht bekannt gegeben.
Frontbügel und Trittbretter: Was es schon jetzt gibt
Für den Prado 250 gibt es bereits Zubehör: Im Katalog sind Tuning und Zubehör für den Prado 250 zusammengestellt, darunter Seitenschweller für den Prado 250 und Expeditionsausrüstung – Dachboxen, Seitenleiter, klappbare Trittstufe. Für den neuen Pajero gibt es noch kein modellspezifisches Zubehör: Hersteller bereiten es in der Regel einige Monate nach Verkaufsstart vor.
Beim Frontbügel gibt es bei beiden Fahrzeugen dieselbe Besonderheit: Vorn sitzen Radar und 360°-Kameras, daher muss der Schutz für das jeweilige Modell entwickelt sein, damit die Sensoren nicht verdeckt werden. Die allgemeine Auswahl gibt es im Bereich Frontbügel und Trittbretter.
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| ✔ | Pajero: Heckantriebsmodus 2H zur Einsparung auf der Autobahn |
| ✔ | Pajero: Böschungswinkel 25,8° gegenüber 17° beim europäischen Prado |
| ✔ | Pajero: Bodenfreiheit 230 mm gegenüber 205–215 mm |
| ✔ | Pajero: Zentraldisplay mit 14,3 Zoll und acht Airbags, inklusive Mittelairbag |
| ✔ | Pajero: 20 mm längerer Radstand bei gleicher Länge |
| ✘ | Pajero: zum Start nur ein Motor, keine Hybridversion |
| ✘ | Pajero: Gewicht und Wattiefe wurden offiziell nicht bekannt gegeben |
| ✘ | Pajero: neues Modell ohne Betriebserfahrung, Prado seit 2023 auf dem Markt |
| ✘ | Pajero: europäische Spezifikation und Termine für Europa wurden nicht bekannt gegeben |
| ✘ | Pajero: Modellzubehör ist derzeit nicht verfügbar |








