Fiat Multiplay — ein „3-in-1“-Konzept, das Fiat auf dem Pariser Autosalon 2026 gezeigt hat: ein 4,45 Meter langes Fahrzeug, das den Raum eines Minivans, den Charakter eines SUV und die Möglichkeiten eines Pick-ups vereint. Der hintere Teil des Dachs wird zusammen mit der dritten Sitzreihe nach vorn geschoben, und der siebensitzige (6+1) Familienwagen verwandelt sich in einen viersitzigen Pick-up mit offener Ladefläche. Es ist kein Vorläufer eines konkreten Serienmodells, sondern laut Fiat ein „Labor für Lösungen der Mobilität der Zukunft“; den Antrieb hat die Marke nicht offengelegt.
Inhalt
- Wo und wann Fiat Multiplay gezeigt wurde
- Wie sich der Minivan in einen Pick-up verwandelt
- Was man sich im Innenraum ausgedacht hat
- Warum das Konzept an Fiat Multipla erinnert
- Ob es ein Serienmodell geben wird und mit welchem Motor
Wo und wann Fiat Multiplay gezeigt wurde
Der Stellantis-Konzern veranstaltete am Abend des 11. Oktober 2026, am Vorabend der Eröffnung des Pariser Autosalons, eine eigene Präsentation und zeigte sechs Konzepte: Alfa Romeo Cuorerosso, Citroën 2 CV Concept, DS F3VER, Fiat Multiplay, Opel STX Concept und Peugeot RCZ Vision. Für die Presse öffnete der Salon am 12. Oktober, für Besucher läuft er vom 13. bis 18. Oktober. Über den Präsentationsnachbarn von Multiplay haben wir bereits geschrieben — das ist Opel STX Concept, und das Gesamtbild der Ausstellung gibt es in der Übersicht zum Pariser Autosalon 2026.
Eine weitere Stellantis-Marke tauchte in Paris dennoch nicht auf: Maserati, von der man ein neues Konzept erwartet hatte, reiste nicht zur Messe an. Stellantis-Chef Antonio Filosa versprach, dass der Plan der Marke im Dezember in Modena vorgestellt wird, und Maserati-Chef Santo Ficili bestätigte, dass dort ein Konzept gezeigt wird — ein Vorläufer des Levante-Nachfolgers.
Wie sich der Minivan in einen Pick-up verwandelt
Die Schlüsselidee des Konzepts ist eine Architektur, die Fiat Metamorfosi nennt. Sie ist um die hintere Säule (C-Säule) aufgebaut: Der hintere Dachabschnitt bewegt sich auf Führungsschienen und wird zusammen mit den Sitzen der dritten Reihe nach vorn geschoben. Das Ergebnis sind zwei Modi:
| Modus | Plätze | Was mit der Karosserie passiert |
|---|---|---|
| Familie (MPV / SUV) | 6+1 | geschlossener Innenraum mit drei Reihen, zusätzlicher „+1“-Sitz in der zweiten Reihe |
| Pick-up | 4 | hinteres Modul nach vorn geschoben, hinten offene Ladefläche, die Kabine wird zur Doppelkabine |
Der Laderaum ist wie bei einem echten Pick-up durchdacht: zweiflügelige Heckklappe, ausziehbare Abdeckung der Ladefläche und ein System zur Ladungssicherung auf einem modularen Boden. Der hintere Dachspoiler klappt um und gibt eine integrierte Halterung für zwei Fahrräder frei. Die Ladefläche schlägt Fiat für Fahrräder, Sportausrüstung und sperrige Gegenstände vor.
Äußerlich wirkt der Multiplay wie eine Weiterentwicklung des Fiat Concept Pick-Up aus dem Jahr 2024: kürzere Motorhaube, andere Fensterlinie, pixelige LED-Scheinwerfer im Stil des Grande Panda, hohe Bodenfreiheit und Kunststoffbeplankungen an den Radhäusern. Die Karosserie ist in einem leuchtenden Grün lackiert.
Was man sich im Innenraum ausgedacht hat
Der Innenraum des Multiplay ist ein Paket experimenteller Lösungen für eine Familie mit Kindern und Haustieren:
- Petsenger — ein zusätzlicher „+1“-Sitz in der zweiten Reihe ohne Rückenlehne. Darauf kann man einen Kindersitz befestigen, einen Hund platzieren oder ihn als Tischchen bzw. Kiste nutzen. Ein Teil des Polsters lässt sich abnehmen und wird zur Leine, und in der Tür ist ein klappbarer Wassernapf versteckt.
- Sunseat — der vordere Beifahrersitz lässt sich im Stand zu einer Liege ausklappen, wobei das Armaturenbrett als Rückenlehne dient und über dem Kopf das Panoramadach ist.
- Yoke-Lenkrad und ein horizontales Armaturenbrett, das die Designer mit der Linie des mediterranen Horizonts vergleichen; ein Display, das verschwindet, wenn das Auto ausgeschaltet ist.
- Bezüge aus monomaterialem Textil, auf 3D-Maschinen nahtlos gestrickt — so fällt weniger Abfall an; in Bereichen für Kinder und Tiere gibt es eine wasserabweisende Beschichtung.
Die Farben des Innenraums werden unterschiedlich beschrieben: Designboom schreibt von einer „Wassermelonen“-Palette — rote, rosafarbene und türkisfarbene Töne mit rosafarbenem Boden, Carscoops von einem überwiegend orangefarbenen Innenraum mit grünen Akzenten.
Warum das Konzept an Fiat Multipla erinnert
Der Name und sechs Sitzplätze sind eine direkte Anspielung auf zwei Fiat-Modelle. Das erste ist der Fiat 600 Multipla der 1950er Jahre, der bei einer Länge von rund 3,5 m sechs Personen in drei Reihen beförderte. Das zweite ist der Multipla von 1998: sechs Plätze in zwei Reihen zu je drei bei einer Länge von 3 994 mm. Der moderne Multiplay ist länger — 4,45 m, also zum Beispiel kürzer als ein Jeep Compass — und bietet statt reiner Geräumigkeit eine Karosserieverwandlung.
Das Konzept setzt Fiats Linie praktischer Familienautos fort: Die Marke hat bereits die Familien-Crossover Fiat Grizzly und Grizzly Fastback angekündigt.
Ob es ein Serienmodell geben wird und mit welchem Motor
Fiat sagt ausdrücklich, dass Multiplay kein Vorläufer eines konkreten Serienmodells ist. Einzelne Lösungen daraus könnten in zukünftigen Fahrzeugen auftauchen, aber Daten und Pläne nennt die Marke nicht. Plattform und Antrieb wurden ebenfalls nicht offengelegt. Carscoops vermutet, dass es ein Elektroauto ist, weil vorne zu wenig Platz für einen Verbrennungsmotor ist, doch das ist nur eine Version der Journalisten. Dasselbe Medium erwähnt einen möglichen Serien-Pick-up auf Basis des Fiat Concept Pick-Up — ebenfalls ohne offizielle Bestätigung.
Separat zur verbreiteten Verwechslung: Multiplay ist kein Quadricycle. Unter die Quadricycle-Normen wird ein anderes Fiat-Projekt vorbereitet, Multiplina auf Basis des Topolino; Auto Express hatte nur vermutet, dass Multiplay daraus „heranwachsen“ könnte.
Passendes Zubehör zum Konzept gibt es natürlich nicht — es ist ein Ausstellungsfahrzeug. Die Bilder im Artikel sind Illustrationen nach Fiats Beschreibung, keine Werksfotos.
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