
Test Mercedes-Benz X-Class (W470): Pickup mit Premium-Flair

Mercedes-Benz X-Class (W470) — ein mittelgroßer Leiterrahmen-Pick-up, bei dem die Marke versucht hat, Arbeitskarosserie, drehmomentstarke Diesel und eine hochwertigere Anmutung als bei den üblichen Pick-ups dieses Segments zu verbinden. Das ist eine Option für alle, die Anhängerbetrieb, Ladefläche und hohe Sitzposition brauchen, aber keinen rein utilitaristischen Innenraum wollen.
Wichtiger Punkt: Der X-Class ist keine von Grund auf neu entwickelte Mercedes-Benz Plattform. Von der Architektur her ist er dem Nissan Navara NP300 nahe, daher sollte man ihn nicht als Ersatz für einen Markencrossover kaufen, sondern als Pick-up mit besserer Geräuschdämmung, reichhaltigerer Ausstattung und – in der Version X 350 d – einem wirklich starken Antrieb.
Modell und seine Position im Markt
Der X-Class kam in ein Segment, in dem Käufer meist auf Toyota Hilux, Ford Ranger, Volkswagen Amarok, Mitsubishi L200 oder Nissan Navara schauen. Sein Unterschied ist einfach: Er versucht nicht, der günstigste oder am leichtesten zu wartende zu sein, bietet dafür aber ein mehr Pkw-ähnliches Gefühl im Innenraum, eine bessere Innenraumakustik und angenehmere Ausstattung.
Am meisten Sinn ergibt dieses Modell für einen Besitzer, der die Ladefläche und Zugfähigkeiten wirklich nutzt, aber viel Zeit am Steuer in der Stadt und auf der Autobahn verbringt. Wird hingegen ein reiner Arbeitspick-up für Schlamm, Überladung und maximal harte Nutzung benötigt, ist der X-Class weniger logisch: Zierteile, Innenraum und Karosseriearbeiten sind hier teurer.
Generationen und Modellgeschichte
Beim X-Class gab es faktisch nur eine Generation — W470. Das Modell erschien 2017, und schon 2020 wurde die Produktion beendet, daher gibt es hier keine große Evolution mit Facelifts. Die wichtigsten Änderungen im kurzen Modellleben betrafen die Motorenpalette und die Ausstattungslinien.
| Zeitraum | Wichtig |
|---|---|
| 2017 | Start des Mercedes-Benz X-Class W470, gemeinsame Basis mit Navara, Fokus auf Innenraum und Ausstattung. |
| 2018 | Einführung des X 350 d mit Diesel-V6, 7-Gang-Automatik und permanentem Allradantrieb. |
| 2020 | Produktionsende wegen schwacher Nachfrage im Segment. |
Daher sollte man auf dem Gebrauchtmarkt nicht nach einer „aktualisierten“ oder „Vor-Facelift“-Version suchen, sondern auf den konkreten Motor, die Antriebsart, den Zustand von Getriebe und Antriebsstrang sowie die Nutzungshistorie mit Anhänger oder Zuladung achten.
Motoren und Getriebe
Für die Ukraine und Europa sind drei Dieselversionen am typischsten. Zwischen ihnen ist der Charakter des Fahrzeugs am unterschiedlichsten: Die 2,3-Liter-Varianten sind die rationale Arbeitswahl, und der X 350 d ist bereits ein schnellerer und im Unterhalt teurerer Pick-up.
| Version | Motor | Leistung | Drehmoment | Getriebe | Antrieb |
|---|---|---|---|---|---|
| X 220 d | 2,3 l Diesel Turbo | 163 PS | 403 Nm | 6-Gang-Schaltgetriebe, in einigen Märkten auch Automatik | je nach Version: Hinterrad oder zuschaltbarer Allrad |
| X 250 d | 2,3 l Diesel Bi-Turbo | 190 PS | 450 Nm | 6-Gang-Schaltgetriebe oder 7-Gang-Automatik | zuschaltbarer Allrad |
| X 350 d | 3,0 l Diesel V6 | 258 PS | 550 Nm | 7-Gang-Automatik 7G-Tronic Plus | permanenter Allrad 4MATIC |
Wenn ein guter Kompromiss gefragt ist, schaut man meist auf den X 250 d: Genug Zugkraft, bessere Auswahl am Gebrauchtmarkt und meist einfacher im Unterhalt als der V6. Der X 350 d passt für alle, die häufig Autobahn fahren, einen Anhänger ziehen oder einfach nicht wollen, dass sich der Pick-up träge anfühlt. Der X 220 d ergibt Sinn als ruhigere und praktischere Variante ohne Anspruch auf Dynamik.
Karosserie, Abmessungen und Fahrwerk
Der X-Class ist ein viertüriger Leiterrahmen-Pick-up mit Ladefläche – kein Kombi im Pick-up-Look. Seine Stärke ist die Fähigkeit zu ziehen, zu laden und schlechte Straßen wegzustecken, aber Abmessungen und Geometrie erinnern sofort daran, dass es eine große Arbeitsmaschine ist.
| Parameter | Richtwert |
|---|---|
| Baujahre | 2017-2020 |
| Karosserie | Leiterrahmen-Pick-up, Doppelkabine |
| Länge | 5340 mm |
| Breite | 1920 mm |
| Höhe | ca. 1820 mm, je nach Version |
| Radstand | 3150 mm |
| Bodenfreiheit | ca. 202 mm |
| Maße der Ladefläche | ca. 1587 × 1560 × 474 mm |
| Ladevolumen | ca. 1,04 m³ |
| Zuladung | je nach Version etwa bis 1,0-1,1 t |
| Anhängelast gebremst | bis 3500 kg |
| Watttiefe | bis 600 mm |
Das Fahrwerk ist hier nicht weniger wichtig als die Motoren. Vorn gibt es eine Einzelradaufhängung, hinten eine Starrachse mit Mehrlenker-Konstruktion und Schraubenfedern, daher fährt ein unbeladener X-Class meist komfortabler als viele Leiterrahmen-Konkurrenten. Aber Physik lässt sich nicht aushebeln: Ohne Last kann das Heck auf Querfugen trotzdem springen, und in engen Straßen spürt man die Länge von 5,34 m ständig.
Innenraum, Komfort und Sicherheit
Gerade im Innenraum unterscheidet sich der X-Class am stärksten von verwandten Pick-ups. Armaturentafel, Ergonomie, Infotainment, Sitze und das Gesamtgefühl sind hier näher an Pkw-Mercedes-Benz als an nackter Arbeitstechnik. Gleichzeitig bleiben die Sitzposition der zweiten Reihe und die eher senkrechte Innenraumgeometrie weiterhin pick-up-typisch und nicht crossover-typisch.
Beim Komfort ist er im Alltag angenehmer, besonders auf der Autobahn – vorausgesetzt, das Fahrzeug ist in gutem Zustand und auf passenden Reifen. Bei der Sicherheit hängt die Ausstattung stark von der Version ab: Auf dem Markt findet man Varianten mit 360°-Kamera, Spurhalte- bzw. Spurkontrollsystemen, Bremsassistent und vollständigem Airbag-Set, aber auch deutlich einfachere Ausführungen. Deshalb sollte man nicht nur auf Emblem und Motor schauen, sondern auch auf die konkrete Ausstattungsliste.
Alltagstauglichkeit
Im täglichen Leben ist der X-Class so praktisch, wie der Besitzer wirklich versteht, dass er einen Pick-up fährt. Man sitzt hoch, die Sicht nach vorn ist gut, auf der Autobahn liegt der Wagen stabil, und Ladefläche plus Anhänger eröffnen Szenarien, die ein Crossover einfach nicht bietet. Aber Tiefgaragen, enge Höfe, Wendemanöver und die Sicht nach hinten ohne Kamera sind nicht seine Stärke.
Bei den Kosten spürt man die größten Unterschiede zwischen den Versionen bei Kraftstoff, Reifen, Bremsen und Getriebeservice. Der V6 ist angenehmer zu fahren, aber teurer im Unterhalt. Beim Kauf eines Gebrauchten sollte man den Zustand von Automatik, Allrad, Kardanwellen, Fahrwerk und Ladeflächenkarosserie separat prüfen: Für einen Pick-up zählen nicht nur Kilometerstand und Innenraum, sondern auch, ob er mit schwerem Anhänger, Werkzeug oder im Gelände gearbeitet hat.
Stärken und Schwächen
| Pluspunkte | Minuspunkte | Was das in der Praxis bedeutet |
|---|---|---|
| Komfortablerer Innenraum als bei vielen Wettbewerbern | Teurere Zier- und Karosserieteile | Im Alltag angenehmer, aber die Instandsetzung nach kleinen Schäden kostet mehr |
| Gute Zugfähigkeiten und Anhängelast bis 3,5 t | Große Abmessungen in der Stadt | Starke Wahl für Anhänger und Zuladung, schwächer in engen Höfen und beim Parken |
| X 350 d bietet wirklich starke Dynamik für einen Pick-up | V6 ist in Service und Alltag teurer | Mehr Reserven auf der Autobahn und mit Last, aber weniger sinnvoll für sparsame Besitzer |
| Schraubenfeder-Hinterachse erhöht den Komfort | Unbeladen kann die Hinterachse bei kleinen Schlägen dennoch hart wirken | Man sollte vom Leiterrahmen nicht das Verhalten eines Pkw-Kombis erwarten |
| Praktische Karosserie und große Ladefläche | Offene Ladefläche ohne Zubehör ist im Alltag nicht immer bequem | Für die tägliche Nutzung braucht man oft Hardtop, Bedliner oder Schutzleisten |
| Ein Teil der Technik ist von verwandten Pick-ups bekannt | Nicht jeder sieht ihn als „echten“ eigenständigen Mercedes-Benz | Rational, wenn man ein Werkzeug braucht und nicht nur ein Markenbild |
Tuning und Zubehör
Beim Mercedes-Benz X-Class beginnt sinnvolles Tuning nicht mit glänzenden Zierleisten, sondern mit dem, was den Nutzungszweck реально verbessert. Wenn die Ladefläche als Gepäckraum dient, wählt man am häufigsten ein Hardtop für trockenes, geschlossenes Volumen und Kunststoff für den Laderaum, damit Boden und Wände nicht durch Kisten, Werkzeug oder Ausrüstung verkratzen.
Der zweite logische Schritt sind Trittbretter, Frontschutz, Überrollbügel oder Windabweiser – diese sollte man aber bereits nach Reifenhöhe, Einstieg und danach auswählen, ob das Auto überwiegend in der Stadt, auf der Autobahn oder auf der Baustelle fährt. Beim X-Class ist es besonders wichtig, das Fahrzeug nicht mit schwerem Deko-Metall zu überladen: Der Pick-up ist ohnehin groß, und zusätzliche Masse verschlechtert Handling, Bremsen und Nutzlast.
Was sich für dieses Modell lohnt
- Hardtop — wenn man statt einer offenen Plattform ein geschlossenes, trockenes Volumen braucht.
- Kunststoff für den Laderaum — wenn die Ladefläche regelmäßig Kisten, Werkzeug, Baumaterial oder Outdoor-Ausrüstung transportiert.
- Seitliche Trittbretter — wenn der Einstieg täglich erfolgt und das Fahrzeug von der Familie genutzt wird oder auf höherer Bereifung steht.
- Windabweiser — wenn Sie häufig Autobahn fahren, bei Regen lüften und keinen zusätzlichen Schmutz an den Seitenscheiben wollen.
Fazit
Der Mercedes-Benz X-Class ist nicht der günstigste und nicht der einfachste Pick-up seiner Klasse, dafür einer der wenigen, der Leiterrahmen-Praxis wirklich mit einem Pkw-ähnlicheren Innenraumgefühl verbindet. Am besten passt er zu denen, die Ladefläche, Anhängerbetrieb und hohe Sitzposition brauchen, aber sich nicht mit komplett grober Zweckmäßigkeit abfinden wollen. Wenn das Auto dagegen überwiegend für die Stadt gedacht ist oder als imagegetriebener Ersatz für einen Crossover, wird die Kauf-Logik schwächer.
Dieser Beitrag basiert auf realer Auswahlpraxis, Erfahrung und wiederkehrenden Nutzungsszenarien – daher ist das Fazit einfach: Den X-Class sollte man nehmen, wenn man wirklich einen Pick-up braucht und nicht просто ein großes Auto mit dem Mercedes-Benz Emblem.
| ✔ | Komfortablerer Innenraum und bessere Geräuschdämmung als bei vielen anderen Pick-ups. Auf täglichen Fahrten sorgt das spürbar für weniger Ermüdung, besonders auf der Autobahn. |
| ✔ | Es gibt echte Zugfähigkeiten: Das Auto kann einen Anhänger bis zu 3,5 t ziehen. Das macht den X-Class nützlich für Arbeit, den Transport von Technik oder eines Boots. |
| ✔ | Die hintere Federung sorgt für mehr Fahrkomfort im Vergleich zu vielen Rahmen-Konkurrenten. Ohne Ladung fährt das Auto weicher als typische „Arbeits“-Pick-ups. |
| ✔ | Die Version X 350 d hat einen starken V6 und permanenten Allradantrieb. Sie eignet sich besser für die Autobahn und Fahrten mit Last, wenn Zugreserve gefragt ist. |
| ✔ | Die große Ladefläche und die hohe Sitzposition erweitern die praktischen Einsatzmöglichkeiten. Das Auto eignet sich sowohl für die Arbeit als auch für den aktiven Alltag. |
| ✘ | Die Abmessungen sind groß, daher ist der Pick-up in der Stadt in engen Höfen, auf Parkplätzen und beim Wenden unpraktisch. Die Länge von 5,34 m erinnert ständig an sich. |
| ✘ | Dekor- und Karosserieteile sind teurer als bei utilitäreren Pick-ups. Nach kleinen Beschädigungen kann die Instandsetzung deutlich teurer ausfallen. |
| ✘ | Die Version mit V6 ist im Service und im täglichen Unterhalt teurer. Das ist nicht die beste Wahl für alle, die die Kosten minimieren möchten. |
| ✘ | Leer kann die Hinterachse auf kleinen Unebenheiten hart sein. Ohne Ladung fährt sich der X-Class auf schlechten Straßen nicht immer komfortabel. |







